Sprachkurs und Praktikum in Moskau

Anlässlich einer Messe in Moskau habe ich die GLS Partnerschule dort besucht. Die Fotos, die ich gemacht habe, zeigen die Sprachschule und ihre unmittelbare Umgebung.  (Mehr zur Sprachschule in Moskau auf der GLS Website - die Sprachschule vermittelt Interessenten auch ein Auslandspraktikum in Russland)

Ich war vor 4 Jahren das letzte Mal in Moskau und insofern gespannt, was sich verändert hatte in den letzten Jahren. Und das war eine ganze Menge.

Das Bild oben zeigt die "Garage", eine Galerie, die Dasha Zhukova, aktuell Freundin des Multimillionärs Abramovich im September 2008 eröffnet hat (mehr).  Diese Galerie liegt ganz in der Nähe des Hotels, und da ich Julia, die Leiterin der Sprachschule, erst abends treffe, nutze ich die Zeit für Kaffee & Kuchen im Galeriecafe

Julia, 26 und ursprünglich aus St. Petersburg, beeindruckt diese Galerie nicht besonders, aus ihrer Sicht ist das einfach "Kitsch" und "nicht besonders wichtig". Um mir das neue Moskau zu zeigen, bestellt sie ein Taxi, und wir fahren nach dem Abendessen Richtung "Moscow-City":

Oben der Kutuzovsky Prospekt - ein paar Kilometer weiter immer geradeaus, sagt Julia, komme die Siedlung, wo Putin wohne und diverse andere Multimillionäre.

Und gleich vorn rechts, am anderen Ufer der Moskva, liegt Moskau City: (hier eine Animation, wie es aussehen soll, wenn es fertig ist).

Wieviel sich geändert hat, zeigt sich nicht nur in der neuen Skyline, sondern auch an Kleingkeiten: Der Service im Holiday Inn Lesnaya z.B. ist gut und lässt nicht mal mehr Spurenelemente sozialistischer Dienstleistungsmentalität erkennen.

Das Hotel wird auch von einigen der Kursteilnehmer der GLS Partnerschule in Moskau genutzt, da es von hier bis zur Schule nur 15 Gehminuten sind:

In diesem Gebäude liegt die Sprachschule - ein Schild gibt es nicht, das hat niemand hier, auch die Heinrich Böll Stiftung nicht, die ihre Büros gleich neben der Sprachschule hat.

Das Gebäude gehört dem russischen Außenministerium, und wer reinwill, muss den Türkode kennen.

 

 

Links Nastja, eine der Lehrerinnen mit Vita in der Kaffeeküche der Sprachschule.  Vita ist verantwortlich für die Unterkünfte, d.h. sie aquiriert Gastfamilien für Kursteilnehmer und betreut auch die beiden schuleigenen Apartments im selben Haus:

Oben eins der Zimmer im Apartment, das Fenster öffnet sich zu einem neuen 12-stöckigen Business Center. Unten der Blick vom Balkon des Apartments, einmal nach Norden und einmal nach Süden Richtung Kreml, er ist ca. 2 km Luftlinie entfernt:

Die Apartments gleich neben der Schule sind ein großer Pluspunkt der Schule, aber mindestens so wichtig ist die gute Lage.

Zunächst ist die unmittelbare Nachbarschaft ideal: Man kann gut einkaufen, hier z.B. der Second Hand Laden gleich neben der Sprachschule und ...

....und man kann vor allem gut und günstig essen hier: In der Nähe der Sprachschule wimmelt es von kleinen Cafes und Restaurants, darunter auch einige mit Bio Food. Wenn man typisch russisch essen möchte, ist die Kette Shokoladnitsa empfehlenswert - "Blinchiki" gibt es hier schon ab 3 Euro:


 

Die gute Nachbarschaft ist nur die eine Sache - wirklich fantastisch ist, dass viele Sehenswürdigkeiten Moskaus von der Sprachschule aus zu Fuß zu erreichen sind. Das heisst, wenn man gut zu Fuß ist. Und das scheint man in Moskau zu sein - trotz high heels. Die Geschwindigkeiten, die Moskauerinnen in ihren high heels erreichen, sind beeindruckend

Gut zu Fuß sein muss man deshalb, weil die Straßen riesig breit sind und man sie nicht einfach überqueren kann: fast immer muss man unten durch, und das ist anstrengend: Treppe runter, Treppe rauf, aufpassen, dass man nicht falsch abbiegt im Gängegewirr unter der Erde:

Die Unterführung oben ist knapp 10 Gehminuten von der Sprachschule entfernt: sie "unterquert" die Tverskaya Ulitza - die wohl berühmteste Magistrale der Stadt (mehr).

An der Tverskaya drängen sich nicht nur Designer Boutiquen von Hugo Boss bis Louis Vuitton - täglich geöffnet, auch samstags und sonntags, und das bis 22 Uhr:

An der Tverskaya liegen auch Sehenswürdigkeiten wie Stanislavski Theater , Tschaikovsky-Konzerthalle  ...

... oder das Museum der Revolution, auf dem Foto unten mit 2 Ausstellungspostern zum Thema russische Geschichte: 

Das linke Poster "covert" zwar das 20. Jahrhundert, doch die Rede ist nicht von der Sovietunion oder deren Zusammenbruch, sondern von "Utopien". Eine elegante Umschreibung, die den Eindruck vermittelt, dass die Vergangenheit und besonders deren dunklere Seiten derzeit nicht von Interesse sind. Aufhalten lassen will man sich offensichtlich nicht - wo Vergangenes im Weg steht, und sei es rein architektonisch, überbaut man einfach, so wie hier:

Anscheinend entsteht gerade eine neue Vergangenheit - eine, die besser zur glitzernden Gegenwart passt als die alte. Diese pompöse Kirche z.B. wurde erst vor 2 Jahren gebaut, man kommt dran vorbei, wenn man zum Flughafen nach Domodedova fährt.

Auch Domodedova ist neu - gerade erst rundumerneuert, macht der ca. 45 km südlich von Moskau liegende Flughafen Sheremetevo, dem alten international airport, zunehmend Konkurrenz.  Er ist moderner, und hier anzukommen, ist wesentlich angenehmer als es das früher in Sheremetevo war.

Moskau ist inzwischen eine Metropole, die weitaus eher an New York erinnert als an eine der europäischen Metropolen. Und selbst New York passt nicht ganz: schon heute benutzen täglich mehr Menschen die Moskauer Metro als die in London und NY zusammen ...